Doppelfiltration (DFPP)

Die Doppelfiltration entfernt schnell und gezielt große Bluteiweiße, wenn diese stark erhöht sind und möglicherweise schädlich wirken. Mithilfe des Rheofilters® ER-4000 werden gezielt Triglyzeride, Immunglobulin M, Fibrinogen, LDL-Cholesterin und weitere sehr große Bluteiweiße zurückgehalten. Der Patient erhält ausschließlich sein eigenes ,,gereinigtes“ Blut zurück. Im Gegensatz zum Plasmaaustausch, bei dem das gesamte Blutplasma verworfen und gegen Fremdeiweiß ersetzt wird, ist die DFPP somit selektiver und besser verträglich.

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Fließschema der Doppelfiltration mit dem Rheofilter ER-4000

Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse durch erhöhte Triglyzeride (Akute Pankreatitis)

Bei gesunden Menschen liegt die Konzentration der Triglyzeride - einem Teil der Blutfette - im Blut nüchtern unter 180 mg/dl. Bei einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis) können in Einzelfällen die Triglyzeride jedoch mit mehr als 1.000 mg/dl stark erhöht sein. Diabetes und Fettstoffwechselstörungen erhöhen dieses Risiko. Es liegt dann eine Hypertriglyzeridämie vor. Daher sollten bei einer akuten Pankreatitis immer auch die Tryglyzeride im Blut bestimmt werden.

In spezialisierten Krankenhäusern können Triglyzeride u.a. mit dem Blutreinigungsverfahren Doppelfiltration (DFPP) schnell und wirksam gesenkt werden.

Bei Patienten mit immer wiederkehrenden Entzündungen der Bauchspeicheldrüse aufgrund erhöhter Triglyzeride sollte eine ambulante wöchentliche Dauerbehandlung überlegt werden. In begründeten Einzelfällen übernehmen die Krankenkassen auf Antrag die Behandlungskosten. Sprechen Sie hierzu bitte ihren Arzt an.

Während einer Schwangerschaft können Triglyzeride ebenfalls stark erhöht sein. In schwerwiegenden Fällen kann in spezialisierten Kliniken die Doppelfiltration (DFPP) immer dann zum Einsatz kommen, wenn die Gabe von Medikamenten nicht möglich ist.

Refsum-Erkrankung

Das sogenannte Refsum-Syndrom, auch bekannt als Morbus Refsum, ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung, bei der es zu einer starken Ansammlung von Phytansäure im Körper kommt. Die Folge sind Phytansäure-Ablagerungen, die sich gehäuft im Fettgewebe, den Augen, dem Herzen, der Leber und den Nieren wiederfinden und mit einer Funktionseinschränkung dieser Organe einhergehen.

Patienten mit Refsum-Syndrom sind einer strengen Diät unterworfen, die mit dem täglichen Leben kaum vereinbar ist und zu starkem Gewichtsverlust führt. Da die Phytansäure überwiegend an Fette im Blut angelagert ist, besteht die Möglichkeit, diese Partikel durch Filtration aus dem Blutplasma zu entfernen.

DIAMED bietet zur Behandlung des Refsum-Syndroms die Doppelfiltration (DFPP) an, ein Verfahren aus dem Bereich der therapeutischen Apherese. Wenn also trotz spezieller Diät die Erkrankung fortschreitet, kann die DFPP in einer speziellen Variante eine geeignete Therapieoption sein.

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Doppelfiltration in der Praxis

Retinitis pigmentosa und Refsum-Syndrom?

Wenn bei Ihnen eine Retinitis pigmentosa, eine Erkrankung der Netzhaut, festgestellt wurde, sollten Sie Ihren Arzt auf ein mögliches Refsum-Syndrom ansprechen falls Sie zusätzlich einige der folgenden Symptome bei sich feststellen:

  • Nervenschädigungen (Polyneuropathien)
  • Gangunsicherheit
  • Störung des Geruchsinns
  • Hörminderung
  • Herzrhythmusstörungen
  • Verkürzte Mittelhand- / Mittelfußknochen.

Weitere Erkrankungen, die mit der Doppelfiltration behandelt werden

Monoklonale Gammopathien sind Veränderungen der Proteine des Blutplasmas. Charakteristisch ist eine krankhafte Vermehrung eines einzelnen Immunglobulins, die zu schweren arteriellen und venösen Durchblutungsstörungen führen kann. Beispiele sind das IgM-Plasmozytom und die Kryoglobulinämie. Eine Variante der DFPP wird zur Akuttherapie dieser Erkrankungen in Krankenhäusern und Unikliniken eingesetzt.

Weitere Informationen zur Doppelfiltration

Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich, Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt zu halten.

Zum besseren Verständnis von weiteren Fachbegriffen besuchen Sie gerne auch unser Glossar.

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