Glossar

Acetylcholin
Einer der wichtigsten Neurotransmitter (Botenstoff im Nervensystem), verantwortlich für die Übertragung von Information einer Nervenzelle über Kontaktstellen, die sogenannten Synapsen, auf die andere Nervenzelle.

Acetylcholin-Rezeptor
„Andockstellen“/ Bindungsstellen in Zellmembranen für den Neurotransmitter (Botenstoff im Nervensystem) Acetylcholin, zu finden in verschiedenen Bereichen des Nervensystems.

akut
Kurz andauernd, schnell zum Ausbruch kommend, plötzlich auftretend, intensiv. In der Regel ist ein Zeitraum von 3-14 Tagen gemeint.

Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
Die Erkrankung "altersabhängige Makuladegeneration" (Degeneration = Abbau, Zurückbildung) tritt in der Regel erst mit zunehmendem Alter, jenseits des 60. Lebensjahrs auf. Bei der AMD wird die Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens - der Makula - durch krankhafte Veränderungen zerstört. Häufigste Ursache der Altersblindheit. Die Ursache des Untergangs von Sehnervenzellen im Bereich der Makula ist nicht sicher bekannt. Ein Erklärungsversuch für die Erkrankung ist die Annahme, dass es sich um eine Folge von Durchblutungsstörungen handelt (AMD-Modell nach Friedmann).

ambulant
Behandlung des Patienten in Arztpraxen oder Kliniken ohne Aufnahme in die stationäre Behandlung (Bettenstation). Gegenteil: stationär.

Angiologie
Die Angiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Gefäßerkrankungen beschäftigt.

angiologisch = die Angiologie betreffend.

Antikörper
Eiweiße, auch als „Immunglobuline“ bezeichnet, die von spezifischen Abwehrzellen gebildet werden (B-Zellen) und ausgeschüttet werden. Sie sind gegen Bestandteile fremdartiger Strukturen (Antigene) gerichtet und besitzen die Fähigkeit, diese zu binden. Antikörper werden in fünf Immunglobulin (Ig)-Subtypen unterteilt: IgA, IgD, IgE, IgG, IgM. Antikörper können je nach Subtyp gelöst frei im Blut (IgG und IgM) oder in anderen Körperflüssigkeiten (IgA im Speichel) oder auch gebunden an Zellen (IgE) vorliegen.

Arteriosklerose
Auch als „Arterienverkalkung“ bezeichnet; chronisch fortschreitende Degeneration der Arterien und deren Äste als Folge einer Verhärtung bzw. Verdickung der Gefäßwand durch Ein- und Anlagerung so genannter Plaques. Einhergehend mit einem Verlust der Gefäßelastizität und einer Verengung der Arterie.

Arthritis
Auch als „Gelenkentzündung“ bezeichnet; äußert sich in schmerzenden und angeschwollenen Gelenken, die oftmals in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind.

Auto-Antikörper
Antikörper, die gegen körpereigenes Gewebe, Zellen oder Substanzen gerichtet sind.

Autoimmunerkrankung
Erkrankung, bei der der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen eigenes Gewebe bildet.

Blutplasma, Plasma
Der zellfreie Anteil des Blutes, der zu ca. 90% aus Wasser und zu 10% aus darin gelösten Stoffen besteht. Der Anteil des Plasmas am Blutvolumen beträgt ca. 55%.

chronisch
Sich langsam entwickelnd oder lang andauernd.

Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie (CIDP)
Die CIDP wird auch als die chronische Form des Guillian-Barré-Syndroms bezeichnet.

Dialyse
Physikalisches Verfahren, das vor allem bei akutem oder chronischem Nierenversagen Anwendung findet. Die Dialyse übernimmt die Entgiftungsfunktion der Nieren, d.h. die Eliminierung körpereigener Stoffwechselsubstanzen und zugeführter, körperfremder Stoffe.

EDS-Skala
Die Expanded Disability Status Scale (EDSS) ist ein Skalensystem zur systematischen Erfassung der Behinderung von neurologischen Patienten, die an Multipler Sklerose leiden. Die Skala soll bei der Einschätzung der adäquaten Therapie helfen.

Enzephalitis
Die Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, die am häufigsten durch Viren ausgelöst wird, jedoch auch durch eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren, z.B. auch durch bestimmte Auto-Antikörper (s.o.), ausgelöst werden kann.

extrakorporal
Außerhalb des Körpers liegend, außerhalb des Körpers erfolgend.

extravasal
Außerhalb eines Blut- oder Lymphgefäßes befindlich.

Fibrinogen
Eiweiß; Vorläufer des Fibrins. Durch eine spaltende (proteolytische) Wirkung von Thrombin entsteht aus Fibrinogen Fibrin, das für die Blutgerinnung notwendig ist.

Fremdprotein / Fremdeiweiß
Fremdeiweiße sind Proteine, die nicht im eigenen Organismus hergestellt wurden. Fremdeiweiße kommen z.B. in Form von Albumin- oder Immunglobulinlösungen und Blut- oder Plasmatransfusionen zum Einsatz.

Guillian-Barré-Syndrom (GBS)
Das Guillian-Barré-Syndrom ist eine Erkrankung der Nerven. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen Auto-Antikörper eine Rolle, die sich gegen die Isolierschicht (Myelinscheide) der Nerven richten, welche außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks liegen (periphere Nerven). Daher kommt es zu aufsteigenden Gefühlsstörungen (oft beginnen die Symptome in den Beinen) und Lähmungserscheinungen von Armen und Beinen.

Granulozyten
Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Die Granulozyten sind in ihrem Durchmesser größer und kommen - mit 60 bis 75 Prozent aller weißen Blutzellen - häufiger vor als andere Gruppen der Leukozyten.

HNO
Abkürzung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Immunglobuline
Von Plasmazellen gebildete Eiweißstoffe, die als Antikörper bei der körpereigenen Abwehr dienen.

Immunmodulation
Unter Immunmodulation versteht man eine Beeinflussung des Immunsystems, z.B. durch Arzneistoffe, physikalische Reize oder Umverteilung von Eiweißstoffen des Immunsystems.

Immunologie
Lehre und Wissenschaft von den Abwehrmechanismen des Organismus gegenüber körperfremden Substanzen sowie von den verschiedenen Immunkrankheiten.

Immunsystem
Körpereigenes Abwehrsystem, das auf Substanzen reagiert, die als nicht zum Körper gehörend erkannt werden.

Indikation
Heilanzeige, d. h. das Anzeichen, das sich aus der Diagnose ergibt und zur Anwendung einer bestimmten ärztlichen Maßnahme führt; (gesetzlich anerkannter) Grund, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen.

kardiovaskulär
Bedeutet "das Herz und das Gefäßsystem betreffend".

Koronare Herzkrankheit
Die Koronare Herzkrankheit (KHK), auch: ischämische Herzkrankheit (IHK) ist eine Erkrankung der Herzkranzgefäße.

Leukozyten
Die weißen Blutkörperchen. Zu ihnen zählen die Granulozyten und die Lymphozyten, die beide unterschiedliche Funktionen in der körpereigenen Abwehr haben.

Limbische Enzephalitis
Überbegriff für eine Gruppe von Entzündungen des Zentralnervensystems. Diese verlaufen meist subakut und kommen praktisch nur bei Erwachsenen vor. Kennzeichnend sind u.a. psychiatrische Symptome und Krampfanfälle. Eine limbische Enzephalitis kann unterschiedliche Ursachen haben. Es kann eine Krebserkrankung zu Grunde liegen (paraneoplastische limbische Enzephalitis) oder eine andere Ursache (nicht-paraneoplastische limbische Enzephalitis), z.B. eine Autoimmunerkrankung.

Lymphozyten
Von Stammzellen im Knochenmark abstammende und in Knochenmark, Lymphknoten, Thymus und Milz gebildete weiße Blutkörperchen. Man unterscheidet zwischen B- und T-Lymphozyten, die unterschiedliche Funktionen im Rahmen der Körperabwehr haben.

Mikrozirkulation
Prozess, der die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen sowie den gesamten Stoffaustausch mit dem umgebenden Gewebe auf molekularer und zellulärer Ebene umfasst.

molekular
Die Moleküle betreffend.

Molekül
Teilchen, das aus zwei oder mehr miteinander verbundenen Atomen (verschiedener oder gleicher) Elemente besteht.

Morbus
Lateinisches Wort für Krankheit.

Multiple Sklerose (MS)
Chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), die herdfömig die Umhüllungen der Nervenfasern (Markscheiden) angreift und bevorzugt Personen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr betrifft. In der Folge kommt es zu neurologischen Ausfällen (z.B. Sehstörungen und Lähmungserscheinungen), die alle Teile des Nervensystems infolge der gestörten Reizweiterleitung befallen können.

Myasthenia gravis, Myasthenie
Die Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung der Skelettmuskulatur. Es richten sich Auto-Antikörper gegen Acetylcholin-Rezeptoren, die sich in einer Vielzahl von Muskelgeweben befinden und blockieren so die Reizübertragung der Nerven auf die betroffenen Muskelgruppen. Dadurch können die Muskeln nicht mehr erregt und sozusagen vom Gehirn „angesteuert“ werden. Es kommt zu Lähmungserscheinungen.

Myelin
Fett- und eiweißhaltige Substanz, Grundlage für Myelin-Scheide.

Myelinscheide
Aus Myelin bestehende Struktur, die die Nervenfasern umhüllt, dient zur Ernährung und zum Schutz der Nervenfaser. Isolation und damit Beschleunigung der Erregungsleitung.

Natalizumab
ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung besonders aggressiver Formen der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose (MS) eingesetzt wird. Natalizumab ist ein monoklonaler Antikörper.

ophthalmologisch
Die Augenheilkunde (Ophthalmologie) betreffend.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Bei der arteriellen Verschlusskrankheit (AVK) oder peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), umgangssprachlich auch „Schaufensterkrankheit“, handelt es sich um eine Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten.

Phytansäure
Fettsäure, die vom Menschen ausschließlich über die Nahrung (u.a. aus Milch und Fett von Kühen oder Schafen) aufgenommen wird. Aus grünem Pflanzenfarbstoff, dem Chlorophyll, kommend.

Plasmaprotein, Plasmaeiweiß
Große Eiweißmoleküle im Blutplasma, die für den Transport schwer löslicher Stoffe, für Abwehrreaktionen oder die Blutgerinnung zuständig sind. Im Blutplasma kommen ca. 100 verschiedene Proteine vor. Ihr Gewichtsanteil liegt bei 6-8 g/100 ml.

Plasmatherapie
Therapieverfahren, bei dem das Blut in Blutflüssigkeit (Plasma) und Zellen getrennt wird.

progredient
bedeutet "fortschreitend". Eine progrediente Erkrankung zeigt einen zunehmend schweren Verlauf.

Progressive multifokale Leukenzephalopathie, PML
Die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die durch das zur Gattung der Polyomaviren gehörende JC-Virus verursacht wird. Der Name des Virus leitet sich von den Initialen des Patienten ab, bei dem es erstmals isoliert wurde. Die Erkrankung kommt fast ausschließlich bei schwer abwehrgeschwächten Personen vor. Es handelt sich um eine akute, progrediente Krankheit, bei der zahlreiche funktionelle Veränderungen des Nervensystems, beispielsweise motorische und kognitive Störungen, auftreten können.

Protein
Eiweißkörper, die in tierischen und pflanzlichen Zellen vorkommen und dort wichtige Funktionen erfüllen, etwa beim Sauerstofftransport helfen.

rheumatoid
Wie eine rheumatische Erkrankung, „rheumaähnlich“.

Rheumatoide Arthritis
Chronische Erkrankung der Gelenke, die entzündlicher Natur ist, und vor allem Hand - und Fußgelenke betrifft. Es kommt zu Gelenkschwellungen und -schmerzen bis hin zu einem Knorpel- und Knochenabbau an den betroffenen Gelenken. Frauen
erkranken etwa zwei- bis dreimal häufiger als Männer und am häufigsten zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr.

Refsum
Professor Dr. Sigvald Refsum, norwegischer Nervenarzt (1907-1991).

Stoffwechsel
Auch als „Metabolismus“ bezeichnet; die Gesamtheit aller biochemischen Reaktionen des Körpers, die der Aufnahme, Verarbeitung, Umwandlung und Ausscheidung von Stoffen dienen. Dazu zählen neben der Einatmung von Luft auch Nahrungsaufnahme, -verbrennung und -ausscheidung.

subakut
Zwischenstufe zwischen akut auftretenden und chronischen Erkrankungen. Mäßig schnell auftretend. In der Regel ist ein Zeitraum von 14-30 Tagen gemeint.

Therapie
Behandlungsmethode zur Heilung einer Krankheit.

Therapeutische Apherese
Entfernung krankmachender Substanzen aus Blut oder Blutplasma, wird in Plasmatherapie und Vollblutverfahren unterteilt.

Tryptophan
Tryptophan ist eine aromatische Aminosäure. Ihr charakteristisches Strukturmerkmal ist ein Indolring, der das Molekül stark hydrophob macht.

Zelle
Kleinste Einheit eines jeden Organismus. Die Zelle ist ein sich selbst regulierendes System in einem übergeordneten System (Pflanze, Tier, Mensch). Sie besitzt die Fähigkeit der Vervielfältigung (Zellteilung), setzt sich aus Zellkern und Zellleib (Zytoplasma) mit verschiedenen Zellbestandteilen zusammen und wird von der Zellwand (Zellmembran) begrenzt.

zerebrovaskulär
Bedeutet "die Blutgefäße des Gehirns betreffend", im weiteren Sinn auch: "die Hirndurchblutung betreffend".

Zentrales Nervensystem (ZNS)
Als Zentrales Nervensystem bezeichnet man die Nervenstrukturen, die sich in Gehirn und Rückenmark befinden. Hier findet die zentrale Reizverarbeitung und Koordination der aus der Peripherie eingehenden Reizen statt.

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