Lipidfiltration: Deutschlandweit etabliert

In mehr als 150 Zentren in Deutschland setzen Ärzte die Lipid–Apherese regelmäßig ein. In den letzten 30 Jahren wurden bundesweit mehr als 1 Million Behandlungen mit der Lipidfiltration durchgeführt. Nephrologen – häufig mit der Zusatzqualifikation Lipidologe DGFF – bieten in ihren Dialysezentren diese spezielle und selektive Behandlung an. Als Spezialisten für die extrakorporale Blutreinigung verfügen diese Mediziner über sehr viel Erfahrung und Fachkompetenz. Im Rahmen der ambulanten Versorgung wird die Lipid–Apherese auf besonderen Antrag von den Krankenkassen geregelt erstattet.

Wann ist eine Lipid–Apherese sinnvoll?

LDL–Cholesterin und Lipoprotein(a) können – genetisch bedingt – stark erhöht sein. In der Folge drohen arteriosklerotische Plaques, die bei einer Ruptur letztendlich zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen können.

Bei der heterozygoten Form der familiären Hypercholesterinämie (FH) kann eine strenge Diät verbunden mit Medikamenten häufig zu einer deutlichen Senkung des LDL-Cholesterins führen. Diese ist jedoch, abhängig vom Risikoprofil des Patienten, nicht immer ausreichend. Kardiovaskuläre Erkrankungen können weiter fortschreiten.

Bei Patienten mit homozygoter FH wirken Medikamente häufig nicht oder nur unzureichend. Der LDL–Cholesterin–Wert bleibt somit stark erhöht.

Während für die Senkung des LDL-Cholesterins viele verschiedene Medikamente wirksam und zugelassen sind, gibt es zur effizienten Reduktion von Lipoprotein(a) bis heute kein zugelassenes Arzneimittel. Eine Diät oder Lebensstiländerung beeinflussen die Konzentration im Blut nicht.

Schreiten kardiovaskuläre Erkrankungen weiter fort und sind die Lipidwerte trotz maximaler Therapie erhöht, ist die Lipid–Apherese indiziert. Wöchentliche Behandlungen mit der Lipidfiltration können die Blutfette deutlich senken.

Endlich wieder sportlich aktiv

Patrick H. hatte bereits im Alter von 35 Jahren Beschwerden. Er litt unter Schmerzen in den Beinen und konnte teilweise nicht mehr gehen, ohne dass er Atemnot bekam – und das, obwohl er sein Leben lang sportlich aktiv war. Erst Jahre später wurde eine Fettstoffwechselstörung diagnostiziert. Eine regelmäßige Lipid-Apherese hilft ihm dabei, sein Leben wieder normal gestalten zu können.

Was sind LDL–Cholesterin und Lipoprotein(a)?

Mithilfe des LDL-Cholesterins wird das in der Leber hergestellte Cholesterin über das Blut zu den verschiedenen Organen transportiert. Beim Überangebot von LDL–Cholesterin kommt es zu gefährlichen Ablagerungen in der Gefäßwand. Lipoprotein(a) wird auch als „heimtückisches Cholesterin“ bezeichnet: Es besitzt den gleichen schädlichen Effekt wie LDL–Cholesterin, verursacht aber zusätzlich thrombotische Ereignisse.

Die Abbildung unten zeigt die molekulare Darstellung von LDL–Cholesterin und Lipoprotein(a). Das Lipoprotein(a) ist durch das Apolipoprotein(a) gekennzeichnet (Apo (a)). Ein Teil des Apo(a) ähnelt dem Plasminogen und wirkt proatherogen, proinflammatorisch und prothrombotisch.

moleküldarstellung ldl-cholesterin und lipoprotein a
fliessschema der lipidfiltration

Wie funktioniert die Lipidfiltration?

Die Lipidfitration von DIAMED ist seit mehr als 30 Jahren wissenschaftlich gut dokumentiert. Mediziner, insbesondere Spezialisten für extrakorporale Blutreinigung, setzen sie im klinischen Alltag vielfach ein. Häufig über periphere Punktion, seltener über einen Shunt, wird das Blut entnommen und im Plasmaseparator Plasmaflo in eine zellreiche und eine Plasmafraktion aufgetrennt. Anschließend erfolgt eine Filtration des Plasmas in einem zweiten Filter, dem Lipidfilter. LDL–Cholesterin und Lipoprotein(a), aber auch Fibrinogen und Triglyzeride, werden gezielt zurückgehalten. Das gereinigte Plasma wird mit der zellreichen Blutfraktion vereinigt und dem Patienten zurückgegeben. Therapieziel ist ein behandeltes Plasmavolumen, welches je nach Gewicht des Patienten zwischen 2.500 ml bis 5.000 ml liegt.

Wie wirksam ist die Lipidfiltration?

Die klinische Wirksamkeit der Lipidfiltration zur Entfernung von Lipoprotein(a) wurde in einer der weltweit größten prospektiven Studien zur Lipid–Apherese (n = 170 Patienten) untersucht. Die Ergebnisse wurden 2013 in der Fachzeitschrift „Circulation“ publiziert. Das Ergebnis: Es traten 77% weniger kardiovaskuläre (MACE Rate) und 90% weniger zerebrovaskuläre Ereignisse auf.

Kardiovaskuläre Ereignisrate (MACE)

Für die Lipidfiltration waren die Fallzahlen groß genug, um eine signifikante Senkung der Ereignisse um 77% zu demonstrieren (n = 101 Patienten). Die mittlere Rate kardiovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkte sank durch die Lipidfiltration hoch signifikant (p < 0,0001).

balkendiagramm kardiovaskuläre ereignisrate mace
Zerebrovaskuläre und periphervaskuläre Ereignisse

Zerebrovaskuläre und periphervaskuläre Ereignisse

Die Zahl zerebrovaskulärer Ereignisse pro Jahr sank von 10 auf 1. Periphervaskuläre Ereignisse, vor allem Bypässe und Stents der unteren Extremitäten, wurden um 80% reduziert (n = 166 Patienten).

lipidfiltration verbesserung sauerstoffversorgung balkendiagramm

Verbesserte Sauerstoffversorgung

Die Lipidfiltration steigert die Durchblutung peripherer Bereiche deutlich. Insbesondere für Diabetiker und Menschen mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, die gleichzeitig die Indikation zur Lipid-Apherese erhalten, kann die Lipidfiltration somit sehr vorteilhaft sein.

Welche Vorteile bietet die Lipidfiltration?

  • einfache und schnelle Behandlung

  • Absenkung von LDL–Cholesterin und Lipoprotein(a) um 75%

  • Fibrinogen und Triglyzeride werden ebenfalls effektiv gesenkt

  • gute Verträglichkeit

Hohe Absenkraten

Die Lipidfiltration entfernt 60 bis 75% des LDL–Cholesterins und Lipoprotein(a) sowie effektiv Fibrinogen und Triglyzeride.

balkendiagramm hohe absenkraten durch lipidfiltration
Julius U. et al., 2007

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