Wann ist die Doppelfiltration indiziert?

Stark erhöhe Konzentrationen hochmolekularer Plasmasubstanzen wie Triglyzeride, aber auch IgM, Fibrinogen oder Lipoproteine können zu schweren Krankheitsverläufen führen. In der akuten Situation ist daher neben anderen Therapiemöglichkeiten die schnelle Entfernung dieser Plasmabestandteile angezeigt. Alternativ zum Plasmaaustausch nutzen bereits zahlreiche Kliniken die Doppelfiltrations–Plasmapherese (DFPP), um diese hochmolekularen Proteine selektiv zu entfernen. Das Verfahren wird unter dem OPS-Kode 8-826.0 in Krankenhäusern bundesweit einheitlich geregelt erstattet. Bei der Doppelfiltration ist keine Substitution von Albumin notwendig.

Bei welchen Erkrankungen wird die Doppelfiltrations-Plasmapherese eingesetzt?

Die Doppelfiltrations-Plasmapherese kommt zum Beispiel bei der schweren Hypertriglyzeridämie zum Einsatz. Auch Störungen der Mikrozirkulation sind häufig assoziiert mit erhöhten Konzentrationen von Triglyzeriden oder hochmolekularen Plasmaproteinen wie Immunglobulin M und Fibrinogen. Bei einer akuten Pankreatitis mit Werten der Triglyzeride über 1.000 mg/dl (11,3 mmol/l) empfehlen die Leitlinien, Triglyzeride mittels therapeutischer Apherese wie der DFPP schnell abzusenken. Hochmolekulare Lipoproteine werden hierbei selektiv entfernt. Alternativ ist der unspezifische Plasmaaustausch möglich. Bei akuten Schüben der Sklerodermie gibt es erste vielversprechende Erfahrungen.

Chronische Hochrisikopatienten mit schwerer Hypertriglyzeridämie profitieren von einer Langzeit–DFPP. Die absolute Anzahl der Ereignisse sank in einer Fallsammlung von zehn Patienten um 77% (Grupp et al., 2020).

Daneben wird die DFPP bei akuten Indikationen wie Morbus Waldenström, Kryoglobulinämie und Hyperviskositätssyndrom effektiv eingesetzt. Bei akuten Schüben der Sklerodermie ist DFPP eine Therapieoption – erste, noch unveröffentlichte Daten sind hier vielversprechend.

Neben der chronischen schweren Hypertryglyzeridämie wird die DFPP regelmäßig auch bei schweren Verlaufsformen des Morbus Refsum eingesetzt.

Wie funktioniert die Doppelfiltration?

Die Doppelfiltration entfernt schnell und gezielt hochmolekulare Plasmaproteine, wenn diese stark erhöht sind und pathogen wirken. Nach der Plasmaseparation werden im Sekundärfilter, dem Rheofilter ER–4000, gezielt Triglyzeride, Immunglobulin M, Fibrinogen und weitere hochmolekulare Proteine zurückgehalten. Der Patient erhält ausschließlich sein eigenes ,,gereinigtes“ Blut zurück. Im Gegensatz zum Plasmaaustausch, bei dem das gesamte Plasma verworfen und Fremdeiweiß substituiert wird, ist die DFPP somit selektiver und besser verträglich.

Wie wirksam ist die Doppelfiltrations–Plasmapherese?

Durch die DFPP wird die Durchblutung peripherer Bereiche des Körpers und damit deren Sauerstoffversorgung deutlich verbessert. Die Therapie kann hochmolekulare Plasmaproteine entfernen. Daneben verbessert sie die Fließeigenschaften des Blutes.

Reduktionsraten

Die DFPP mit dem Rheofilter ER–4000 entfernt effizient Triglyzeride, Immunglobulin M, LDL–Cholesterin und Fibrinogen. Albumin wird hingegen nur wenig beeinflusst.

Kim et al., 2013
Verbesserte Sauerstoffversorgung

Verbesserte Sauerstoffversorgung

Die DFPP steigert die Durchblutung peripherer Bereiche deutlich.

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